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Arnold Schunck, ein Weber der sich behauptete

Der folgende Text ist eine Kurzfassung des Artikels Arnold Schunck, een wever die zich handhaafde (ein Weber der sich behauptete), von seinem Enkel P.J.A. Schunck. „Arnold Schunck, ein Weber der sich behauptete“, ein Artikel von seinem Enkel P.J.A. Schunck.
Die Biografie eines Webers aus Kettenis bei Eupen (heute Ost-Belgien), der mit seiner Frau Anna Maria Küppers ein Kaufhaus in Heerlen gründete.

Schunck, Arnold
∗ 11. Feb. 1842, Kettenis (B), † 15. Okt. 1905, Heerlen (NL)

× Küppers, Anna Maria
∗ 20. Jan. 1843, Aachen-Burtscheid (D); † 20. Nov. 1930, Heerlen (NL)


1867 in Paris

Arnold Schunck wurde geboren in Kettenis (gehört jetzt zu Eupen) in Ost-Belgien, als Sohn des Webers Nikolaus Severin Schunck und Maria Katharina Koppenberg. Ermuntert durch die Gespräche zwischen seinem Vater und seinem ältesten Bruder Nikolaus jr. über die Vor- und Nachteile der mechanischen Webereien, beschloss er, selbst loszuziehen, um herauszufinden, welche Produktionsmethode die zukunftsträchtigste sei. Nach seinen Lehrjahren bei J.P. Fremerey in Eupen ging er am 17. April 1860 auf „Wanderschaft“, ein im damaligen Preußen gebräuchlicher Weg zur Erfüllung der Bedingungen für die Zulassung zur „Meisterprüfung“. Dazu wurde ihm ein „Wanderpass“ ausgestellt, der in jeder Stadt, in der er gearbeitet hatte, bei der Polizei abgestempelt werden musste. Ferner sollten das nächste Reiseziel und die voraussichtliche Reisedauer in diesem Pass vermerkt werden. Die „Wanderschaft“ war also da, um Erfahrungen zu sammeln und diese in die Praxis umzusetzen. Arnold zog vom 17. April bis zum 5. November 1860 zu Fuß herum bis nach u.A. Schlesien (damals ein wichtiges Zentrum der Textilindustrie), Mannheim, München, Nürnberg, Berlin und Hamburg. Das Ergebnis war mager: er konnte sein Handwerk nur einige Wochen lang ausüben. Die meisten Fabrikanten wollten mit solchen „Wanderburschen“ nichts zu tun haben. Arnold bekam dadurch eine lebenslängliche Abneigung gegen Fabrikherren. Er blieb Zeit seines Lebens dem hölzernen Webstuhl treu. Auch als die Nachfrage nach von Hand gewebten Stoffen rückläufig war, konnte er weitermachen: als „Musterweber“ stellte er im Auftrag von großen Webereien kleine Versuchsserien her, bevor diese ihre Kollektionen herausbrachten.


Kupfermühle Hauset
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Kupfermühle Hauset

Sein Vater Nikolaus starb 1865. Joseph übernahm die Weberei. Die Söhne Arnold und Ludwig zogen nach Hauset, wo sie in der leer stehenden „Kupfermühle“ anfingen, für die Industrie Garne und Stoffe zu färben und auszurüsten.
Am 25. Januar 1873 heiratete Arnold Anna Maria Küppers. Aus dem Nachlass des Vaters bekamen die beiden Brüder Geld und Stoffe. Die Konkurrenz der Textilindustrie in Aachen und Eupen war groß und führte dazu, dass die Weber auf dem Lande auf ihren Stoffen sitzen blieben.
Nach der Geburt ihres ersten Kindes, Peter Joseph, empfahl ein Bekannter aus Vaals (vielleicht Peter Josef Schunck) ihnen ein Priester in Heerlen, den späteren Bischof Savelberg, der gerade ein Waisenhaus gegründet hatte, in dem auch Berufe erlernt werden konnten. Auch wurden Kräuter gesammelt und verkauft.
Zentrum von Heerlen am Anfang des 20. Jahrhunderts Am 25. August 1874 ließen sie sich in der Schramm (Willemstraat) in Heerlen nieder. Das erste Geschäft war nicht viel mehr als ein großes Wohnzimmer. Die Hälfte wurde von fünf Webstühlen, einer Zwirnmaschine (um Fäden zusammen zu drehen), und Regalen voller Stoffballen belegt. Der Kräuterladen befand sich in der anderen Hälfte des Raumes. Bei den Bauern in der Umgegend kauften sie die Wolle, die im Caumerbach gewaschen wurde und auf den Wiesen getrocknet und gebleicht. Arnold hatte ständig zwei Waisenknaben als Lehrlinge. Das Geschäft ging derart gut, dass die Webstube nicht mehr nachkam. Deshalb wurden Stoffe in Aachen und Mönchen-Gladbach eingekauft. Das Geschäft wurde 1882 an den Kirchplatz verlegt. Das dortige Gebäude wurde 1894 abgerissen und durch einen größeren Laden ersetzt.
Was war das Geheimnis ihres Erfolges? Arnold und Anna ergänzten sich gut: er war der Fachmann, sie die Geschäftsfrau. Ihre Kinder halfen nach der Schule im Geschäft. Aber besonders die stürmische Entwicklung des Steinkohleabbaus und die strategische Lage neben der Hauptkirche der Stadt begründeten, neben dem guten Management, die Blüte von Schunck. Die Bauern kamen Sonntags nicht nur zur Kirche, sondern auch zum Sonntagsmarkt um ihre Produkte zu verkaufen, aber auch um einzukaufen.
Die Handweberei konnte sich auf Dauer nicht halten. Auch die Muster wurden immer öfter maschinell hergestellt. Also wurde die Webstube in eine Schneiderei verwandelt, die anderweitig gewebte Stoffe verarbeitete.


Aus: Dorpsfiguren, ereburgers en notabelen, Seite 65
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