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Bevor er während des Gedenkgottesdienstes "Valkenburg 75 Jahre befreit" eine Kerze anzündete, erinnerte uns Roger Moreno Rathgeb, Komponist von Requiem für Auschwitz, an:

Der vergessene Holocaust

Wie viele Angehörige eines Volkes müssen getötet werden, bis ihnen der Status eines Opfers eines Völkermords oder im Falle des Zweiten Weltkriegs eines Opfers des Holocaust zuerkannt wird? Hunderttausend? Fünfhunderttausend? Eine Million?
Es wird geschätzt, dass während des Zweiten Weltkriegs zwischen fünfhunderttausend und eine Million Sinti und Roma getötet wurden. Eine genaue Anzahl ist nicht bekannt, da viele dieser Personen während der Verfolgung nirgendwo registriert wurden. Eine weitere Ursache ist die Tatsache, dass viele von ihnen nicht in einem KZ starben, sondern in mehreren Ländern auf dem Land oder im Wald erschossen und in ein Massengrab geworfen wurden.

Am 16. Mai 1944 fand in den Niederlanden eine groß angelegte Razzia statt, bei der 578 Personen verhaftet und in das Lager Westerbork gebracht wurden. Schließlich wurden am 19. Mai 1944 244 von ihnen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Nur 31 von ihnen überlebten den Krieg.

Der vergessene Völkermord

 Settela Steinbach,
19. Mai 1944

Das bekannteste niederländische Opfer war das Sinti-Mädchen Settela Steinbach aus dem limburgischen Buchten, das Mädchen mit dem Kopftuch das aus der Tür eines Güterwagons schaute. Sie war lange Zeit das Symbol für die Judenverfolgung in den Niederlanden, bis der Journalist Aad Wagenaar 1994 ihre wahre Identität entdeckte. Es dauerte lange, bis den Sinti und Roma der Status von Opfern des Holocaust zuerkannt wurde. Sie hatten lange keinen Anspruch auf Entschädigung für ihr gestohlenes Eigentum, weil sie nicht über die erforderlichen schriftlichen Nachweise verfügten. Ein finanzieller Beitrag wurde erst im Jahr 2000 geleistet.

Die Mehrheit der niederländischen Gesellschaft ist sich dieser Tatsachen nicht bewusst, da in Geschichtsbüchern, Dokumentationen und bei Gedenkfeiern in der Regel nur die sechs Millionen jüdischen Opfer erwähnt werden. Die Geschichte der „Zigeuner“-Verfolgung wird normalerweise übersehen. Daher der Begriff „Der vergessene Holocaust“. Erst am 4. Mai 2012 war der Völkermord an Sinti und Roma zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein zentraler Punkt bei der nationalen Toten-Gedenkfeier.

Mehr Information: Der vergessene Völkermord Das Schicksal der Sinti und Roma